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Orkan beschäftigt Einsatzkräfte bei Großübung

Das Orkantief "Achille" bescherte den ehrenamtlichen THW-Helfern bei der diesjährigen 3-Tages-Übung reichlich Aufgaben bei sommerlichen Temperaturen.

Verkehrsunfälle, entgleiste Züge, vermisste Personen und einsturzgefährdete Gebäude - die Schadenslage, die das Orkantief "Achille" den ehrenamtlichen Helfern des THW bei der diesjährigen 3-Tages-Übung bescherte, war enorm. Mit mehr als 60 Helferinnen und Helfern aus den Ortsverbänden Heidelberg, Neunkirchen (Baden) und Oberhausen-Rheinhausen und der Unterstützung durch den Malteser Hilfsdienst aus dem Ortsverband Offenburg machten sie sich an diesem Wochenende an die Bewältigung der zahlreichen Einsatzaufgaben.

Geführt und koordiniert von der Fachgruppe Führung/Kommunikation des THW Heidelberg bearbeiteten die angereisten Einheiten auf einem Übungsgelände bei Achern die unterschiedlichen Einsatzaufträge. Bereits zu Beginn zeichnete sich ab, dass an diesem Wochenende einiges von den Helfern abverlangt werden würde und die sommerlichen Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius erschwerend hinzukommen würden. An der ersten Schadensstelle fanden die Helferinnen und Helfer mehrerer Bergungsgruppen ein durch den Sturm schwerbeschädigtes Gebäude mit einem schlecht begehbaren Tunnelsystem vor. Eine Gruppe Jugendlicher wurde auf dem großflächigen Areal vermisst und musste unter anderem aus den Tunneln und vom Dach der Gebäude gerettet werden. Parallel fanden weitere Einheiten ein gänzlich anderes Schadensbild vor. Auf einer nahe gelegenen Straße hatten es die Helfer mit gleich drei Verkehrsunfällen mit zahlreichen Verletzten zu tun. Weiterhin riss der Sturm mehrere Waggons eines Zuges von den Gleisen, welche nun aufgrund ihrer Instabilität umzufallen drohten. Auch hier trafen die Helfer auf zahlreiche, zum Teil auch Schwerverletzte Personen.

Die Koordination der Einheiten an den jeweiligen Einsatzstellen übernahmen mehrere Zugtrupps in Absprache mit der übergeordneten Führungsstelle. So entschieden sich die Gruppenführer an der ersten Einsatzstelle nach Rücksprache mit dem Zugführer für die Abstützung des Gebäudes mit dem Einsatzgerüstsystem (EGS) und der parallelen Suche nach den vermissten Personen im Umfeld des Gebäudes. Eine Gruppe sicherte die einsturzgefährdete Decke im Gebäudeinneren zusätzlich mit sogenannten Windenstützen. Über eine schiefe Ebene, welche aus mehreren Leiterteilen errichtet wurde, konnten die Helfer schnell die ersten Verletzten aus gesicherten Bereichen mithilfe des Schleifkorbes vom Dach retten. Auch die gleichzeitig agierenden Suchtrupps im Umfeld konnten gesichert in die Tunnelröhren vordringen und mehrere verletzte Personen ins Freie bringen. Unterstützt wurden sie dabei durch die Suchhunde der Fachgruppe Ortung. Gemeinsam wurde dann das EGS zur Abstützung errichtet, um auch die verbliebenen Verletzten zu erreichen.

Zur gleichen Zeit an anderer Stelle begannen die Helferinnen und Helfer unterdessen mit der Rettung der verunfallten Personen in ihren Fahrzeugen. Nach Rücksprache mit der Feuerwehr entschieden sich die Einsatzkräfte, zwei eingeklemmte Personen mithilfe des Hydraulik-Spreizers aus ihren Fahrzeugen zu befreien. Die medizinische Betreuung übernahmen an dieser Stelle die Helferinnen und Helfer des Malteser Hilfsdienstes, welche eng mit den Einheiten des THW zusammenarbeiteten. Die entgleisten Wagons wurden unterdessen gesichert und nach vermissten Personen durchsucht. Bei der Erkundung wurde eine durch einen Stromschlag getroffene, leblose Person auf dem Dach des Waggons gefunden, sofort reanimiert und dem Notarzt übergeben. Mit der Unterstützung des LKW-Ladekrans wurden anschließend die Waggons mittels Hebekissen, untergebautem Holz und der Seilwinde eines Gerätekraftwagens wieder auf die Gleise befördert.

Sichtlich erschöpft und durch die hohen Temperaturen ausgelaugt kehrten die Helfer am Samstagabend in ihre Unterkunft, bestehend aus mehreren Mannschaftszelten auf dem Übungsgelände zurück. Rundum zufrieden mit der Leistung der Einsatzkräfte zeigten sich die Organisatoren der diesjährigen Großübung aus dem Ortsverband Heidelberg im Anschluss. Im kommenden Jahr wird diese durch den Ortsverband Heilbronn ausgerichtet, welcher in diesem Jahr leider nicht teilnehmen konnte. Wir freuen uns bereits darauf!

Felix Ritschel, THW Oberhausen-Rheinhausen

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