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THW sichert historische Stadtmauer in Oberriexingen

Bei Abrissarbeiten in Oberriexingen (Landkreis Ludwigsburg) ist am Montag ein Teil der denkmalgeschützten Stadtmauer abgesackt. Das Technische Hilfswerk war mit rund 45 Helferinnen und Helfern im Einsatz, um die Mauer und angrenzende Gebäude zu sichern.

Rund 45 THW-Kräfte aus den Ortsverbänden Bietigheim-Bissingen, Kirchheim/Teck, Ludwigsburg und Widdern, unter Leitung von Zugführer Thorsten Oberst aus dem Ortsverband Widdern, waren seit Montagnachmittag in mehreren Schichten in Oberriexingen im Einsatz.

Mit dem Abstützsystem Holz (ASH) des THW-Ortsverbandes Widdern sicherten sie die alte Stadtmauer gegen weitere Einstürze ab. Das ASH besteht aus vorgefertigten Balken und Hölzern, die vor Ort nur noch an die Einsatzstelle angepasst werden müssen und mit denen sich Gebäude in bis zu 15 Meter Höhe abstützen lassen. Ein Großteil der Arbeiten erfolgt dabei mit reiner Muskelkraft.

Nötig wurde der massive Einsatz des Technischen Hilfswerkes, nachdem bei Abrissarbeiten ein alter Gewölbekeller unmittelbar an der Mauer eingebrochen war, woraufhin der untere Teil der denkmalgeschützten Stadtbefestigung wegsackte. Auf der anderen Seite der Stadtmauer entstanden zudem in der Wand einer unmittelbar angrenzenden Schmiede erste Risse, sodass das THW auch hier die Decke vorsorglich mit Holzbalken abstützte. Wäre die Stadtmauer vollständig eingebrochen, wäre wohl auch die Schmiede eingestürzt. Der eingestürzte Gewölbekeller wurde im Zuge der Sicherungsarbeiten mit Beton verfüllt, dies sollte jedoch im Rahmen der Umgestaltung der Fläche zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin erfolgen.

Direkt gegenüber der Einsatzstelle, im Dachgeschoss der Stadtverwaltung, richtete sich der ESS-Trupp des Ortsverbandes Kirchheim/Teck ein. Mit dem lasergestützten Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) überwachten die Helfer die Mauer auf weitere Bewegungen oder Absenkungen. Das ESS, eine kooperative Entwicklung des THW und des Karlsruher Institut für Technologie (KIT), ist in der Lage, mittels Laserentfernungsmessungen, Bewegungen instabiler Strukturen im Bereich eines Millimeters zu registrieren. Dazu steuert das Lasermesssystem selbstständig am Objekt angebrachte Messspiegel an und misst im Sekundenrhythmus die Entfernung der Spiegel zum Lasertachymeter. Die millimetergenaue Echtzeitüberwachung erlaubt eine frühzeitige Warnung von Einsatzkräften im Gefahrengebiet, falls sich Strukturen oder Gebäude in gefährlichem Maße bewegen.

Bei der Anbringung der Messspiegel an der Oberrriexinger Stadtmauer unterstützte die Feuerwehr aus Vaihingen das THW mit einer Drehleiter, das Rote Kreuz aus Vaihingen stellte zudem zwei Sanitäter zur Verfügung, die während des gesamten Einsatzes für eine eventuelle Versorgung verletzter Helferinnen und Helfer hätten sorgen können.

Der Einsatz dauerte die ganze Nacht hindurch an und konnte erst am Dienstagnachmittag beendet werden.

Peter Buß

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